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Goldene Ehrennadel für Arnulf Baumann
Ehrung anlässlich des 75. Geburtstages
Goldene Ehrennadel für Arnulf Baumann anlässlich der Feier seines 75. Geburtstags am 14. April 2007 in Wolfsburg
Wenn man 75 Jahre alt wird, ist das ein guter Grund zu feiern, was wir hier auch tun. Es ist natürlich auch ein Anlass, Rückblick auf den Jubilar zu halten, was ich zu tun versuche.
Über den familiären Werdegang zu berichten, bin ich nicht die richtige Person, über den beruflichen Werdegang weiß ich zumindest in Grundzügen etwas, denn ich erinnerte mich, dass du mal etwas „Vom Bohren ganz dicker Bretter" schriebst, und da die Bibliothek unseres Heimatmuseums gar nicht so schlecht ist, fand ich auch dort diesen Beitrag abgedruckt in der Zeitschrift für Kirche und Judentum.
Ich las diesen Bericht jetzt zum zweiten Mal und stellte wiederum fest, dass doch einige Gemeinsamkeiten zu sagen wäre vielleicht nicht richtig, aber - Parallelen trotz sonstiger großer, ja beachtlicher Unterschiede zwischen uns zu entdecken sind. Es fängt an mit dem Korporationsleben während der Studienzeit und setzt sich fort mit den nicht vollendeten Promotionsabsichten, weil der weitere Berufsweg diese behinderte.
Als „Geistlicher Hilfsarbeiter" nach abgeschlossenem Theologiestudium eingestellt zu werden, ist ein besonderer Farbtupfer in deiner Laufbahn. Ähnliche Funktionen verrichtete ich in meiner Münchener Studienzeit. Auch der Aufbau einer Bibliothek am Institut Judaicum Delitzschianum in Münster mit den anfälligen Arbeiten wie Erwerb von Neuerscheinungen, Durchsicht von Antiquariatskatalogen und Erstellen eines systematischen Katalogs erinnert mich sehr an den Aufbau unserer bessarabiendeutschen Bibliothek.
Interessant fand ich auch die Abschnitte, dass ein Verein, dessen Vorsitzender du warst, sich einen neuen Namen gab, da manchmal Begriffe nicht mehr als zeitgemäß empfunden werden. So war es auch bei unserem Bessarabiendeutschen Verein.
Und damit habe ich auch schon die Kurve geschafft zu den ehrenamtlichen Tätigkeiten, die uns verbinden.
Arnulf Baumann ist
· seit 1968 Herausgeber der Kirchlichen Nachrichten als Beilage des Mitteilungsblattes
· seit 1977 Bundesvorsitzender des Hilfskomitees der ev.-luth. Kirche aus Bessarabien
· seit 1999 Mitherausgeber des Heimatkalenders
· seit 2002 im 5-köpfigen Fusionsausschuss, dessen Aufgabe es war, für das Alexander-Stift eine neue rechtliche Form zu finden und die bestehenden Vereine Hilfskomitee, Landsmannschaft und Heimatmuseum zu vereinigen.
Wie viele Artikel, Beiträge, Broschüren und Bücher Arnulf Baumann geschrieben hat, weiß vielleicht nur er allein.
So richtig kennen gelernt habe ich Arnulf Baumann erst in dem oben genannten Fusionsausschuss. Es waren teils sehr schwierige Verhandlungen, denn alle Beteiligten waren bei den bestehenden Vereinen in Führungspositionen, hatten die Vereine zum Erfolg geführt und mit Herzblut die Arbeit geleistet.
So war es kein Wunder, dass die Fusionsverhandlungen sich über drei Jahre erstreckten. Das Ergebnis, das zum Schluss vorlag, traf das Hilfskomitee zumindest vom Selbstverständnis her wohl am stärksten. Doch insgesamt war es ein gutes und faires Ergebnis. Dies hatte auch Arnulf Baumann so gesehen und sich für die Fusion mit seiner ganzen Überzeugungskraft vor allem im Norden Deutschlands eingesetzt, der sich besonders durch das Hilfskomitee repräsentiert fühlte.
Am Ende des Artikels „Vom Bohren ganz dicker Bretter" schreibt Arnulf Baumann, dass dicke Bretter immer noch zwischen Juden und Christen da sind, nur hier und da konnten Löcher gebohrt werden, um sie etwas durchlässiger zu machen.
Lieber Arnulf, in den über drei Jahre dauernden Verhandlungen habe ich dich genauer kennen gelernt: Ich schätze an dir die ruhige und sachliche Diskussion, ich schätze an dir dein fundiertes Wissen und ich schätze insbesondere deine Fairness, wofür ich mich ausdrücklich bedanke.
Aus dem Beitrag von Gerd Hommel entnehme ich, dass Arnulf Baumann
· 1993 das Bundesverdienstkreuz am Bande
· 1997 das Kronenkreuz in Gold des
Diakonischen Werkes der EKD und
· 1997 die Silberne Ehrennadel der
Landsmannschaft der Deutschen
aus Russland erhielt und
· 2005 die Ehrenmitgliedschaft der Franz Delitzsch-Gesellschaft verliehen wurde.
Es mögen noch weitere Auszeichnungen sein, von denen ich eben nichts weiß. Aber aufgefallen ist mir - und vielleicht auch Ihnen, verehrte Gäste -, dass keine Auszeichnung von den Bessarabiendeutschen dabei ist. Und das, obwohl Gerd Hommel schon vor fünf Jahren schrieb: „Unsere bessarabischen Landsleute haben ihm viel zu verdanken." Diese Aussage will ich kräftig unterstreichen, und zwar so kräftig, dass ich sage: Hierfür hat Arnulf Baumann die höchste Auszeichnung der Bessarabiendeutschen verdient, nämlich die Goldene Ehrennadel! (Auszeichnung vollziehen)
Danken möchte ich auch dir, Theda, denn ich habe bei Arnulf wie auch bei Gerd Hommel gelesen, dass du Arnulf immer den Rücken frei gehalten hast. Doch ich habe auch bemerkt, dass du ihn heftigst verteidigst, wenn du meinst, man habe ihm Unrecht getan.
Die Bessarabiendeutschen danken euch beiden! Und ich wünsche mir, lieber Arnulf, dass wir die noch vor uns liegenden Aufgaben weiterhin in gutem Einvernehmen angehen und lösen.
Ingo Rüdiger Isert
geschrieben am 21.05.2007 um 17:59 Uhr.