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Übersicht über die Inhaltsverzeichnisse der Jahrbücher der Dobrudschadeutschen von 1956 - 1977


: Prosa, Gedichte, Liederbücher

In den Wirren der Zeit
Artikelnummer: 1563
Autor: Erika Schaible-Fieß

20.90 €

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Der Artikel ist vorrätig.
 

Hinweise zur Buchneuerscheinung 

Erika Schaible-Fieß: In den Wirren der Zeit,
Prägende Erinnerungen an die 40er und 50er Jahre                       

Angaben zum Buch: Größe 17,0 x 24,0 cm, Softcover, 192 Seiten, 47 Bilder und Grafiken. Preis 20,90 €.        Erscheinungsdatum: 30.08.2019                                          

 Schlussbetrachtung der Autorin

In einer wirren Zeit wurde unsere Familie von den großen Katastrophen der Kriegs- und unmittelbaren Nachkriegsjahre erfasst. Die Umsiedlung aus dem vertrauten Bessarabien war von Ungewissheit geprägt. Nach dem einjährigen Aufenthalt im Umsiedlungslager in Riedegg/Oberösterreich mit der selektierenden „Durchschleusung“ und anschließenden Einbürgerung erfolgte die Ansiedlung auf einem Bauernhof in Danzig-Westpreußen. Die Kenntnis über die  Methoden und Hintergründe dieser völkerrechtswidrigen „Ansetzung“ der Umsiedler durch die SS-Einwanderungszentrale (EWZ) dürfte wohl kaum öffentlich geworden sein. Doch war die Beziehung der Umsiedler zur verordneten „neuen Heimat“ durch ihre Mutmaßung über das Schicksal der für sie zwangsenteigneten und entwürdigten polnischen Besitzer deutlich belastet.

    Es folgten die Härte der eisigen Flucht vor der Roten Armee mit der dramatischen Überquerung der Weichsel bei Dirschau, der lange, eisige und gefahrvolle Weg im Wagentreck bis Kirchlinteln in Niedersachsen und der dortige armselige Wiederbeginn in notdürftigen Unterkünften. Die traumatisierende Brandkatastrophe, bei der wir den letzten Besitz verloren, und der harte Kampf um die Verbesserung der Lebensverhältnisse. All das musste Mutter allein überstehen, bis Vater dann schließlich vom Krieg und aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrte.    

     Alle diese Erfahrungen dringen schonungslos auf unsere Familie ein, zerreißen diese aber nicht, sondern geben ihr im Familienzusammenhalt die Kraft, traumatische Erlebnisse zu überstehen und immer wieder neu anzufangen.

     Im Wechsel der Schilderung tiefgehender tragischer Ereignisse und sogar zum Schmunzeln anregender anekdotenhafter Erzählungen habe ich versucht, eine schwere Zeit mit all ihren Facetten lebendig werden zu lassen. So entstand nun ein literarisches „Gemälde“ einer Zeit, die uns modernen Menschen in ihrem Erscheinungsbild recht fern vorkommt, andererseits aber menschliche Eigenschaften zeigt, die unabhängig von der historischen Situation immer lebendig bleiben.   
     Ein Buch, so denke ich, das mit seiner emotionalen Kraft viel über das Leben – auch und gerade in der heutigen, sehr verändert erlebten Zeit – zu sagen hat.

Rückmeldung zum Buch In den Wirren der Zeit 

Als fast Gleichaltrige habe ich das Buch von Erika Schaible-Fieß mit großem Interesse gelesen. In anschaulicher Weise beschreibt sie in ihrer Familiengeschichte die Zeit der Ansiedlung in Polen. Vieles davon war mir bisher nicht bekannt. Durch viele Details, die Erika Schaible-Fieß aus den Tagebuchaufzeichnungen ihres Vaters und aus Berichten ihrer älteren Geschwister entnehmen konnte, wurden bei mir Wissenslücken geschlossen und Erzählungen meiner längst verstorbenen Mutter nun für mich auch nachvollziehbar.

Die lebendigen Schilderungen ihrer Kinderzeit, die sie in einem kleinen Dorf in Niedersachsen verbrachte, ließen auch bei mir viele Erinnerungen an die eigene Kindheit wach werden.

Denn Ähnliches, ja fast Gleiches habe ich auch erlebt. Die Einschulung, die ersten Schuljahre mit der Schulspeisung, dem Mangel an Papier und Stiften oder der Unterricht mit mehreren Klassen in einem Raum. Aber auch die Freiheiten, die wir ohne Elternaufsicht genießen konnten und uns manchmal in durchaus gefährliche Situationen begaben.

Ich danke Erika Schaible-Fieß für dieses Buch, das für mich so etwas ist, wie eine Dokumentation meiner eigenen Kindheit.

Ich kann das Buch „In den Wirren der Zeit“ daher allen Lesern wärmstens empfehlen, die die 40iger und 50iger Jahre als Kind erlebten oder jenen, die sich darüber informieren möchten, wie es Kindern aus Flüchtlingsfamilien in den Nachkriegsjahren erging.

Hannover, im Januar 2020

Erika Wiener

 

 

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