10 Jahre Gedenkstätte der Verschwundenen Umsiedler

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Gedenkstätte 2023
Gedenkstätte 2023

Die Umsiedlung der Bessarabiendeutschen aus ihrer alten Heimat am Schwarzen Meer ging im Herbst 1940 in wenigen Wochen über die Bühne. Den Beginn markiert ein Krankentransport des Alexander-Asyls in Sarata am 25. September 1940. Die Wochenschauen berichteten über die generalstabsmäßig geplante SS-Aktion „Heim ins Reich“. Verschwiegen und verschleiert wurde dagegen der Verbleib der im Zuge der Umsiedlung von ihren Familien getrennten Alten, Kranken und Behinderten, die in Krankenanstalten verbracht wurden und dort kurz darauf zu Tode kamen. Erst Jahrzehnte später wurde das Schicksal dieser „Verschwundenen“ durch wissenschaftliche Forschung aufgedeckt und der Zusammenhang mit der nationalsozialistischen „Euthanasie“, der planvollen Tötung vermeintlich „lebensunwerten Lebens“, belegt.

Zur Erinnerung an die Verschwundenen Umsiedler wurde 2016 im Haus der Bessarabiendeutschen eine Gedenkstätte eingerichtet. 2018 kam eine Tafel mit 207 Namen von Personen hinzu, die nachweislich Opfer der NS-Euthanasie geworden sind. Zum 10jährigen Jubiläum im Jahr 2026 erneuern wir die Infotafel der Gedenkstätte.

Bei der diesjährigen Gedenkfeier weihen wir die neu gestaltete Infotafel mit einer Andacht ein. Im weiteren Programm steht u.a. ein Fachvortrag zur Ausprägung der NS-Krankenmorde im Raum Stuttgart. Fallgeschichten aus der unveröffentlichten Studie „Verschwundene Umsiedler“ von Susanne Schlechter werden vorgestellt und die verschiedenen im Zuge der Umsiedlung betroffenen Opfergruppen beschrieben. 

Alle Interessierten sind herzlich zur Feierstunde am 18.09.2026 von 14-17 Uhr eingeladen.