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Enßlen-Gut

Mosia Ensslen von 1940 bis 1995
Nikolajewka seit 1995

Heute Ukraine

Gründungsjahr

1920

Kreis

Akkerman
Enßlen-Gut
Enßlen-Gut

Einwohner

Einwohner 1940: 4 Deutsche /

Karte

Historie

Gut Johannes Enßlen (am Schwarzmeerufer)

Johannes Enßlen, Sohn des Gottfried Enßlen auf Gut Negrowo bei Friedensfeld, ist für den Lehrerberuf ausgebildet worden und ist diesem Beruf in seinem wechselvollen Leben jahrelang treu geblieben. Im Herzen ist er Lehrer geblieben auch dann, als er diesen Beruf nicht mehr ausübte. Er war mehrere Jahre Lehrer an der deutschen Petri-Pauli-Schule in Odessa, dann Hauslehrer bei einer deutschen, aber gänzlich verrußten Adelsfamilie in Moskau. Darauf führte ihn seine Lehrerlaufbahn in die deutschen Gemeinden auf der Krim (Totmann und Adschiketsch). Doch das Blut wird nicht zu Wasser. Schon auf der Krim wurde Johannes Enßlen Verwalter eines großen Adelsgutes in Kadykoi, unweit von Simferopol. Nach Bessarabien zurückgekehrt, kaufte er zusammen mit seinen Schwägern Nathanael Reimann und Eduard Fuchs und seinen Brüdern Immanuel und Gottlob Enßlen ein großes Landstück aus dem Besitzt von Fürst Demidow am Schwarzen Meer. Doch wohnte Johannes Enßlen mit seiner Familie zunächst in Akkerman, wo er jahrelang Mitglied des Direktoriums der Bank für Landwirtschaft, Industrie und Handel (Deutsche Bank) war. Im Jahre 1918 zog er für immer auf das Gut. Das Gut verbleib nach der Agrarreform in der Größe von 100 Hektar. Die Söhne Heim und Ewald bewirtschafteten es je zur Hälfte. Seit dem Krieg ist sein Sohn Hans vermißt. Johannes Enßlen starb 1939. Die Wogen des Schwarzen Meeres singen ihm und dem Sohn Norbert das Lied vom ewigen Frieden. Gutsnachbarn waren N. Reimann und Adolf Kurz. 

(Quelle: Heimatbuch der Bessarabiendeutschen, Albert Kern, Seite 245)