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Hannowka

Inculteni-Noi von 1940 bis 1995
Hannivka/Annowka seit 1995

Heute Ukraine

Gründungsjahr

1896

Kreis

Bender
Hannowka
Hannowka

Landmenge (Hektar) – bei Gründung/bei Umsiedlung

620 ha

Bedeutung des Namens

Der Ortsname ist nicht klar zu deuten; vermuten kann man Bezug zu einem Personennamen Anna oder Hanna (aus der Gutsbesitzersfamilie; nicht belegt). Vielleicht ist auch an einen bekannten Staatsrat Chanow zu denken, der einstmals große Ländereien besaß. Der rumänische Ortsname Inculteni-Noi (etwa "Neu-Dummdorf", von rum. incult = ungebildet, unkultiviert) ist sicher boshaft "verliehen" worden.

(Quelle: Sonderdruck aus Jahrbuch für Ostdeutsche Volkskunde Band 10 1966/1967)

Lokalisierung

Odes´ka

Einwohner

Volkszählung 1930: 429 Deutsche / 623 Andere
Einwohner 1940: 440 Deutsche /

Karte

Historie

Im Jahre 1896 wurde die Gemeinde durch Siedler verschiedener Mutter- und Tochtergemeinden gegründet. Sie waren zum Teil Eigentümer, zum größten Teil Pächter. - Schon im Jahre 1903 bauten sie ein Schul- und Bethaus und stellten einen Küsterlehrer an, der allerdings nur ein Jahresgehalt von 200 Rubel bezog und damals 38 Kinder zu unterrichten hatte; 110 Seelen wohnten in der Gemeinde. In demselben Jahre wurde Hannowka in das Kirchspiel Klöstitz eingepfarrt; seit 1935 gehörte es als Hauptgemeinde dem Kirchspiel Mathildendorf an.

Hannowka wurde durch die Agrarreform 1919 eine Hektargemeinde. Nur einige Familien hatten etwas Eigenland. Doch unterschied sich Hannowka von anderen Hektargemeinden durch einen Stamm in alter, fester Ordnung und kirchlich-sittlicher Überlieferung geformter Kolonisten alten Schlages. Sie brachten alle notwendigen Opfer für Kirche und Schule und wucherten mit den anvertrauten Pfunden. So ist die kleine und schwach begüterte Gemeinde ein Beweis dafür, daß die geistigen und geistlichen Werte, gepaart mit denen des Herzens, entscheidender sind für die Gemeinschaftsbildung als die materiellen. Die Gemeinde wuchs 1940 auf 440 Seelen an, die sich auf 620 Hektar Ackerland recht und schlecht durchgeschlagen haben.

Nach der Kartei festgestellte Verluste unter den Zivilpersonen (Stand vom 31. Dezember 1964)

Verschleppte 3; Auf der Flucht und in der Verschleppung Verstorbene 4

(Quelle: Heimatbuch der Bessarabiendeutschen, Albert Kern, Seite 322 und 323)

Weitere Literatur