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Hoffmannsfeld (Luxemburg)

Luxemburg von 1940 bis 1995
Roza seit 1995

Heute Ukraine

Gründungsjahr

1922

Kreis

Akkerman
Hoffmannsfeld (Luxemburg)
Hoffmannsfeld (Luxemburg)

Landmenge (Hektar) – bei Gründung/bei Umsiedlung

560 ha

Bedeutung des Namens

Da die enteigneten Hektare vom Gutsbesitzer Hoffmann stammten, nannte man die Siedlung Hoffmannsfeld. Es ist psychologisch ver­ständlich, daß man ihn nicht gerne gebrauchte, den Fremdstämmigen war er ungewohnt. Besser gefiel der Ortsname Luxemburg, vom Namen des Bauern Jakob Lux (Luks) abgeleitet, der sich sehr um die Grün­dung dieser Hektargemeinde, vor allem für deutsche Landlose, be­müht hatte.

(Quelle: Sonderdruck aus Jahrbuch für Ostdeutsche Volkskunde Band 10 1966/1967)

Lokalisierung

bei Weselaja Dolina/Ukraine

Einwohner

Volkszählung 1930: 142 Deutsche / 162 Andere
Einwohner 1940: 164 Deutsche / 95 Andere

Karte

Historie

6 Kilometer südlich von Klöstitz entstand 1922 auf dem enteigneten Land des Gutsbesitzers Alfred Hoffman die Hektargemeinde Hoffmannsfeld. Zu dem Ort gehörten auch einige Einzelgehöfte. Die von den Siedlern erhaltenen 5 Hektar Ackerland und Bauplätze wurden bald von strebsamen Jungbauern verkauft und der Erlös zum Ankauf größerer Landmengen eingesetzt. Manche, die am Orte blieben, kauften Parzellen hinzu und brachten es auf 25 Hektar. Die nicht aufgekauften Hektare wurden von fremdstämmigen Siedlern beansprucht, soweit sie nicht schon von Anfang an bei der Enteignung bedacht wurden. Bei der Umsiedlung 1940 wohnten aus 18 Ortschaften 182 Deutsche in Hoffmannsfeld, dazu 72 Bulgaren und 23 Russen. Der deutsche Landbesitz betrug 560 Hektar. Es war in hundertfünfundzwanzig Jahren nicht möglich geworden, in einer deutschen Gemeinde ein solches Gemisch von verschiedenen Nationen zusammenzubringen, hier geschah es mit einem Federstrich. - Nicht allein die Überfremdung drohte den deutschen Charakter und die kirchliche Entwicklung schon im Keim zu ersticken. Die Hektargemeinden blieben bis zum Schluß Notstandsgebiete unserer Organisation. Hier in Hoffmannsfeld konnte man in ein und demselben Dorf am Bau der Häuser und an dem Fortschritt der kleinen Wirtschaften der Hektarbauern sehen, daß die Deutschen bei gleichen Bedingungen schneller vorwärts kamen, was nur dem Fleiß und der angeborenen Tüchtigkeit zuzuschreiben ist. In seinem Memorandum im Jahre 1913, als den Deutschen der Landkauf in Bessarabien verboten werden sollte, hat der Dumaabgeordnete Andreas Widmer (Andrei Anrejewitsch) mit diesen Argumenten den Gesetzesentwurf, der den Ankauf von Land durch deutsche Kolonisten verbot, verhindert. Wir dürfen wahrlich stolz sein auf unsere Vorfahren.

In Hoffmannsfeld hat die Kirche durch das Bezirkskonsistorium mitgeholfen, daß im Jahre 1934 ein Bethaus mit Küsterwohnung erbaut wurde., womit das kirchliche und schulische Leben gefördert werden konnte. Das ist der Segen des Hektarelends, daß die Hilfsbereitschaft und der Gemeinschaftssinn geweckt und gepflegt wurden. Die örtliche Brüdergemeinschaft trug viel zu der Pflege des kirchlichen und sittlichen Lebens bei. Im Jahre 1939 erbaute die politische Gemeinde ein Schulhaus. der Küster erteilte Unterricht in Religion und Deutsch. Die Umsiedlung zog unter das erste begonnenen Gemeinschaftsleben einen Strich. Der Krieg 1939/45 erforderte auch von den Umsiedlern und jetzigen deutschen Staatsangehörigen einen hohen Blutzoll.

(Quelle: Heimatbuch der Bessarabiendeutschen, Albert Kern, Seite 276 und 277)