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Groß-Mangeapunar

Costineşti von 1940 bis heute

Gründungsjahr

1890

Kreis

Constanţa
Groß-Mangeapunar
Groß-Mangeapunar

Bedeutung des Namens

Der heutige Namen ist der Name des Gutsbesitzers und rumänischen Minister Emil Costinescu der der deutschen Gemeinde Land verpachtet hatte.

Einwohner

Volkszählung 1930:
Einwohner 1940: 402
Umgesiedelt 1940-43: 391
Einwohner 2011: 2866

Ethnische Zusammensetzung der Gemeinde

Die Gemeinde war bereits 1930 ein ethnisches Mosaik, typisch für die Dobrudscha:
Deutsche
: Bildeten in Groß-Mangeapunar eine starke Minderheit (und waren die Gründer des Ortes).
Rumänen
: Stellten einen wachsenden Anteil, oft als Verwaltungsbeamte oder Siedler aus anderen Landesteilen.
Andere Gruppen
: Es lebten dort auch kleinere Gruppen von Türken, Tataren und Bulgaren.

Karte

Besonderheiten der Kolonie

Mangeapunar (heute Costinești) nimmt in der Geschichte der Dobrudschadeutschen eine besondere Stellung ein, da es eine der wenigen Siedlungen war, die von Gutsbesitzern auf Pachtbasis angelegt wurden.

Die Gemeinde entstand während der dritten großen Einwanderungswelle der Deutschen in die Dobrudscha (1890–1892).

Herkunft: Die ersten Siedler waren überwiegend katholische Deutsche, die aus anderen Regionen wie Bessarabien (v.a. Krasna) oder bereits bestehenden Dobrudscha-Dörfern wie Valala zuzogen.
Der Name
: Benannt wurde der Ort nach dem Gutsbesitzer und rumänischen Minister Emil Costinescu, auf dessen Land die Siedler sich niederließen. Der volkstümliche Name „Mangeapunar“ (türkisch für Büffelbrunnen) blieb jedoch parallel gebräuchlich.

Wirtschaftliches und soziales Leben

Im Gegensatz zu vielen anderen Siedlern, die Landeigentum erwarben, schlossen die Bewohner von Mangeapunar Pachtverträge ab.
Architektur
: Die Siedler errichteten für die Region ungewöhnlich massive Steinhäuser mit festen Dächern, die das Dorfbild prägten.
Religion
: Das Dorf war ein Zentrum des katholischen Glaubens in der Region. Bereits 1901 wurde eine imposante, massive Kirche geweiht, die weithin sichtbar war.
Landwirtschaft
: Trotz rechtlicher Schwierigkeiten mit den Erben des Gutsbesitzers, die die Pachtbedingungen später verschärften, galt das Dorf vor 1940 als wohlhabend und „blühend“

Die Umsiedlung 1940

Im Rahmen des Vertrages zwischen dem Deutschen Reich und Rumänien wurden 1940 fast alle deutschstämmigen Bewohner evakuiert.
Ablauf
: Die Bewohner mussten ihren Besitz zurücklassen und wurden per Schiff (über die Donau) und Zug in Sammellager im Deutschen Reich gebracht.
Einstufung
: Die Umsiedler wurden einer „rassischen“ Überprüfung unterzogen. In der Dobrudscha wurden über 90 % als „O-Fälle“ (Ost-Eignung) eingestuft und sollten später in den besetzten Gebieten (wie dem Warthegau) neu angesiedelt werden.
Nachnutzung
: Nach dem Abzug der Deutschen wurden die Häuser oft von rumänischen Siedlern oder mazedonischen Flüchtlingen übernommen.

    Glaubensrichtung

    römisch-katholisch

    Literatur/Referenzen

    „Die deutsch-katholischen Dörfer in der Dobrudscha“ Von Prälat Prof. Dr. Hieronymus Menges , Karamurat.
    Seite 29: Mandschapuar (Costineşti)