Ansiedlung im Osten 1941-1944

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"Die konkreten Erfahrungen mit dem Sowjetsystem wie auch das idealisierte Deutschlandbild und das Vertrauen auf das von der NS-Regierung gegebene Versprechen, den Umsiedlern "in Deutschland" wieder eine neue Heimat zu schaffen, waren die Hauptgründe dafür, dass sich die deutsche Minderheit Bessarabiens fast komplett auf das Umsiedlungsprojekt eingelassen hatte.
Tatsächlich war das gesamte Umsiedlungsverfahren vom zynischen und instrumentellen Charakter der nationalsozialistischen Siedlungs- und Bevölkerungspoliitk bestimmt. Den NS-Strategen ging es nicht in erster Linie um die Sicherung des Überlebens deutscher Minderheitsgruppen, deren Heimatgebiete infolge des so genannten "Hitler-Stalin-Paktes" vom 23. August 1939 (...) der sowjetischen Interessensphäre zufallen sollten.(...) Der fatale Doppelcharakter der Umsiedlung bestand vielmehr gerade darin, dass sie den betroffenen auslandsdeutschen Gruppen zwar als "Rettungsaktion" erschien, dem NS-Regime aber faktisch als Einstieg in eine langfristig angelegte Siedlungs-, Vertreibungs-, "Umvolkungs"- und Vernichtungspolitik diente. Für die nationalsozialistischen Bevölkerungsingenieure waren die Umsiedler aus Ost- und Südosteuropa vor allem Menschenreserven und Arbeitskräftepotenziale, die sie zur langfristigen Befriedung und Kolonialisierung der Okkupationsgebiete in Ostmitteleuropa einsetzen wollten." 
"Unter den im "Warthegau" und in "Danzig-Westpreußen" gegebenen Bedingungen konnten die Bessarabiendeutschen im besetzten Polen keine neue Heimat finden."
Auszüge aus: Ute Schmidt, Die NS-Politik und die Umsiedler, Jahrbuch 2007, S. 131

 

Weitere sehr interessante Informationen zum Thema Ansiedlung im Osten sind unter http://www.dfg.de/pub/generalplan/download.html  zu finden.
Hier zwei kurze Auszüge aus der Dokumentation:

"Ziel des Generalplans Ost war eine ethnische Homogenisierung des von verschiedenen Völkern bewohnten Osteuropa – vor allem unter Ausschluss des jüdischen Bevölkerungsanteils. Mit diesem Projekt einer gewaltsamen „Umvolkung“ verband sich die Hoffnung, einen deutsch besiedelten Osten zum Ausgangspunkt einer Erneuerung des deutschen „Volkes“ zu machen."

"Schon vor dem Zweiten Weltkrieg hatten verschiedene Institutionen Pläne für eine Erweiterung des Deutschen Reiches nach Osten entworfen. Die Richtung hatte Adolf Hitler in seinem Buch „Mein Kampf“ vorgegeben. Die Deutschen, so hieß es dort, hätten die Pflicht, sich den „Lebensraum“ kulturell und „rassisch minderwertiger“ Völker anzueignen. Diese, auf den Ostraum gerichteten Überlegungen waren ein Novum. Großräumige Planungen hatte es bis dahin nur für überseeische Kolonien gegeben. Nun wurden diese kolonialen Vorstellungen auf Europa übertragen und konsequent radikalisiert. Neu waren vor allem der umfassende Anspruch und die Detailliertheit der Pläne. Man wollte nicht nur Land und Rohstoffe einer Region in Besitz nehmen und die dort lebenden Menschen als billige Arbeitskräfte nutzen, vielmehr sollte der verplante Raum gestalterisch erobert werden. Das schloss die Deportation und Umsiedlung von Millionen Menschen ein."

 

Haus der
Bessarabiendeutschen
Florianstraße 17
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