Bücherverkauf


Übersicht über die Inhaltsverzeichnisse der Jahrbücher der Dobrudschadeutschen von 1956 - 1977


: Prosa, Gedichte, Liederbücher

Ferne Kindertage
Artikelnummer: 1558
Autor: Baier, Norbert

16.00 €

Preise inkl. MwSt. und zzgl. Versandkosten.

Der Artikel ist vorrätig.
 

 

Buchvorstellung

"Ferne Kindertage"

– neu im Buchverkauf des Bessarabiendeutschen Vereins –

Norbert Baier

Ferne Kindertage – Eine Kindheit in Südbessarabien in den 1930er Jahren und danach in Deutschland

Aufgelockert durch Erlebnisse aus drei Generationen werden im ersten Teil des Buches die Familienverhältnisse erläutert: Da sind mütterlicherseits der Schulleiter, Küster und Organist Samuel Irion mit seiner Frau Christiane (geb. Haas) aus Klöstitz, sowie väterlicherseits die Großeltern Emanuel und Lydia (geb. Jeske) Baier, Bauern aus Arzis. Auch die Eltern Otto und Alma (geb. Irion) Baier, beide Jahrgang 1905, betreiben in Arzis eine Landwirtschaft.

Die drei Kinder (die große Schwester Trudi, Norbert, Jahrgang 1931 und das kleine Schweschterle) wachsen in den Betrieb mit seinen vielfältigen Aufgaben hinein, ebenso wie in die Dorfgesellschaft. Es sind abwechslungsreiche, erfüllte Kindertage, die im zweiten Teil des Buches geschildert werden. Schöne und nicht so schöne, oft fröhliche, manchmal auch abenteuerliche oder sogar gefährliche Erlebnisse zeichnen ein sehr nahes, persönliches Bild, sie ziehen den Leser direkt mit hinein in das bäuerliche Leben eines Dorfes in Bessarabien.

. . . Geröstete Sonnenblumenkerne zum Kernaknacksa waren dagegen auch am Bahnhof zu haben. Kerna wurden während des ganzen Sommers überall und von jedem geknackt, der eine Hand dafür frei hatte. Montagmorgens, etwa auf dem Weg zur Schule, konnte man genau sehen, auf welcher Hofbank auf dem Gehweg neben der Hofzufahrt die Nachbarn am Abend davor zom Schwätza zusammengesessen hatten. Und an der Größe der von Kernschalen bedeckten Fläche war abzuschätzen, wie viele Leute es wohl waren. Die Kerna aus dem eigenen Garten knackte man natürlich frisch aus der Sonnenblume. Die leeren Blütenkörbe waren, bevor sie auf dem Mist oder im Feuer landeten, eine beliebte Scheuerbürste bei der täglichen Körperreinigung. . .‟ (S. 73)

1940 erfolgte die Umsiedlung. Über den Donauhafen Reni und das Lager Prahovo kam die Familie in ein Umsiedlerlager im sächsischen Zwickau an der Mulde. Die Begegnung mit Deutschland, dem städtischen Leben und der sächsischen Lebensart waren für den damals neunjährigen Autor ein großes Abenteuer, das die oftmals schwer erträglichen Lebensumstände in den Hintergrund drängte und half, die Anfangsschwierigkeiten mit jugendlicher Neugier zu überwinden.

Im folgenden Lager bei Litzmannstadt (heute Lodz) im Warthegau starb der Vater. Mutter und Kinder wurden auf einem Hof bei einem kleinen Dorf in Westpreußen angesiedelt. Von dieser Zeit, 1940-45, handelt der dritte Abschnitt des Buches.

Im vierten und letzten Teil des Buches wird die erste Jahreshälfte 1945 in tagebuchartigen Einträgen geschildert. Anfang Januar 1945 kam der damals 13jährige als Napolaschüler nach Köslin und damit seinem Traum ein Fliegeroffizier zu werden ein Stück näher. Ende des Monats dann der Befehl zum Abmarsch, womit auch der Kontakt zu Mutter und Schwestern abbricht. Zu Fuß, mit Schiff und Eisenbahn erreichen die Schüler und ihre Betreuer Putbus und schließlich im März Heide in Schleswig-Holstein. Mit Kriegsende zerstreuen sich die Schüler, der Autor findet in der Nähe Unterkunft auf einem Hof bei einem älteren Ehepaar, das ihn wie einen Sohn aufnimmt. Zu seinen bisher schon vielfältigen Spracherfahrungen – schwäbisch, rumänisch, russisch, jiddisch, sächsisch und polnisch – gesellen sich hier noch Plattdütsch und Englisch. Aber erst Ende November 1945 erreicht ihn ein erster Brief der Mutter. Mitte Januar 1946 holte ihn ein Onkel in den Kreis Bremervörde, denn, dass die Mutter, die nach einer fast unerträglich schrecklichen Flucht Zwickau erreicht hatte, „ . . hierher kommen kann, damit ist wohl in absehbarer Zeit nicht zu rechnen. . .‟

Mit dem Zusammenbruch all der großen Erwartungen und Hoffnungen enden auch die Tage der Kindheit unwiderruflich und mit diesem Blick auf Neues gänzlich Ungewisses endet auch dieses durch und durch lesenswerte Buch.


Der Autor:

Ganz besonders freuen würde ich mich, wenn Sie bei der Lektüre an der einen oder anderen Stelle sagen könnten: Genau so oder ganz ähnlich haben meine Eltern, meine Großeltern oder andere Landsleute aus der Erlebnisgeneration davon erzählt. Und natürlich würde es mich freuen, wenn das Buch bei recht vielen Landsleuten Erinnerungen wachrufen und Interesse wecken würde.‟

Ich für meinen Teil kann sagen, dass ich beim Lesen regelrecht eintauchte in die Kinderzeit von Norbert Baier und mich dabei fühlte, als sei ich dabei gewesen.

Norbert Heuer


Das Buch "Ferne Kindertage" von Norbert Baier, 14 x 21 cm, 179 Seiten, kann zum Preis von 16,00 € zzgl. Versandkosten beim Bessarabiendeutschen Verein in 70188 Stuttgart, Florianstr. 17, per Post, Telefon (0711-440077-0) oder E-Mail (verein@bessarabien.de) bestellt werden.

 

 

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